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Beim Einchecken stellen wir fest:
Mein Ausweis liegt zu Hause. Es ist jetzt 11.30 Uhr. Um 14.30 h ist Abflug.
Oh mein Gott! Das dümmste was einem am Flughafen wohl passieren kann
passiert uns. Wem sonst. Kein Ausweis! Was habe ich nur verbrochen.
Meine
mir angetraute Ehefrau, „die beste von allen", war für
die Reisedokumente zuständig. Ich war ein Jahr mit der Reiseplanung
beschäftigt. Nichts habe ich dem Zufall überlassen. Island ist
mir durch die Literatur die ich gelesen habe fast so vertraut wie Österreich
und nun stehe ich vor diesem Scheiß Schalter der Fluggesellschaft
und soll meinen Ausweis zeigen. Ausweis, Pass, Identkarte, Namen für
ein Stück Bürokratie ohne dass man ein Land weder verlassen noch
ein anderes Besuchen kann. Bilder von abgeschobenen Asylbewerbern geistern
durch mein Gehirn. Leute ohne gültige Papiere oder Papiere, die einfach
nicht vom richtigen Staat ausgestellt wurden.
Auf solche Gedanken kommt
man, wenn man sich am Frankfurter Flughafen, längere Zeit beim BGS
aufhalten muss. Die eingehenden Funksprüche und die Erzählungen
der Beamten, die ein und ausgehen, handeln von solchen Geschichten, während
ich mit dem Beamten Bleifuß verhandle, der zwar sehr freundlich ist
aber dennoch nicht so ohne weiteres ein Dokument ausstellen will, wird
mir die geringe Dimension meines Problems klar. Ich habe mich im Geiste
auch schon damit abgefunden meinen Flug umzubuchen und mit Jürgen
wieder nach Hause, zu fahren.
Chrissie und Alex sollen mal schon ohne mich vorausfliegen. Kein Problem, keine
Schreierei, kein Stress nur die Ruhe bewahren. Nach mehreren Telefongesprächen
mit Straßdorf kommt endlich ein Fax mit der Kopie meines Personalausweises
bei Herrn Bleifuß an. Aufgrund einer Faxkopie die Familie Bürger
schickt, stellt BGS-Mann Bleifuß ein vorläufiges Reisedokument aus

In Island gilt dies nach seinen Aussagen allerdings nicht. Nur in Verbindung mit einem abgelaufenen Pass. Ich muss ihm Unterschreiben, falls sie mich in Island nicht reinlassen, dass ich keine Ansprüche an Ihn habe. Nach mehreren Telefongesprächen nach Straßdorf liegt das Fax gegen 13.00 Uhr vor. Noch genug Zeit für MacDonalds mit Jürgen Vogel.
In Island interessiert das sauer erkämpfte Dokument keine Sau. Der
freundliche Zöllner winkt uns einfach durch.