Im Hochland

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Stöng

Es regnet morgens wie üblich aufs Zeltdach, also keine Eile. Aber was ist das? Meine nächtlichen Alpträume lassen mich halluzinieren. Ich höre Stimmengewirr und Gelächter. Vorsichtig öffne ich den Zelteingang und blicke in die Objektive von mehreren Touristenkameras. So werden wir und der Wasserfall zur Touristenattraktion. Ein ganzer Bus voll hat sich heimlich hergeschlichen. Mein Güte, ich muss dringend aufs Klo….

 

 

 

Mittags fahren wir trotzdem im Regen nach Stöng. Wie wenn die üble Piste nicht schon Strafe genug wäre, nein es geht auch noch ein scharfer Gegenwind. Für die 6 km ab der Hauptstraße brauchen wir eine kleine Ewigkeit. Stöng ist eine Ausgrabungsstätte.

 

Hier stand einer der ersten Wikingerhöfe der zur Landnahmezeit erbaut wurde. Was uns eigentlich interessiert ist der detailgetreue Wiederaufgebaute Wikingerhof. Das Gebäude das Wir entdecken sieht aber alles andere als historisch aus. Warum wir bei diesem Wetter diese Strapaze auf uns genommen haben wissen wir jetzt nicht mehr so richtig. Sei´s drum wenigstens, können wir den Wasserbeutel an einer sauberen Quelle füllen.

Als wir weiter nach Landmannalaugar fahren wollen, ist Chrissis Reifen platt. Natürlich der Vordere, wo man den ganzen Low Raider wegschrauben, muss um ihn zu flicken. Also bauen wir das Zelt an Ort und Stelle auf und beschäftigen uns mit Pasta Carbonara mit Pyslur, dass sind isländische Würstchen. Wir haben heute immerhin 10 km geschafft, davon allerdings nur 4 km in die Richtung in die wir eigentlich wollen. Immerhin kostet Wildzelten nichts. Langsam mache ich mich mit dem Gedanken vertraut, dass wir unsere Reisepläne ändern müssen. Hier herrschen einfach andere Gesetze und denen werden wir uns anpassen müssen. Die ganze Insel aus eigener Kraft zu bereisen ist für uns in diesen 4 Wochen nicht zu schaffen.

hochland 3 paradies in der wüste