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Der Zeltplatz in Thingvellir ist von der Fläche her sehr groß. Allerdings sind weit verstreut nur 2- 3 Zelte zu entdecken. Allem Anschein nach ist selbst an der heiligsten Kultstätte Islands so etwas wie Massentourismus ein Fremdwort. Absolute Stille, nur der Wind und ein paar Vögel singen ihr Lied.

Wir Zelten unmittelbar an der Allmanagia, der Allmännerschlucht. Wie der Name schon sagt, ist das die Stelle, wo alle Männer Islands sich zum jährlichen Allthing versammelt haben. Hier wurde nicht nur das erste europäische Parlament errichtet, hier wurden auch Gesetze verabschiedet, Recht gesprochen und vollstreckt. So abenteuerliche Namen wie: Ertränkungspfuhl und ähliche, künden noch heute davon.

Wir radeln und wandern durch die Allmanagia und stehen mit
einem Bein sozusagen in Europa und mit dem anderen in Amerika. Genau an dieser
Stelle auf dem
mittelatlantischen Rücken driften die eurasische und die amerikanische
Kontinentalplatte auseinander.
Wir bleiben 3 Tage hier, um den wichtigsten
Platz der Isländer
gebührend zu würdigen. Radurlaub hat im Allgemeinen sowieso nichts
mit Fast Food Tourismus zu tun, dennoch ist man manchmal geneigt die gefahrenen
Kilometer als das eigentliche Hauptziel, zu betrachten. Dies ist in so einer
Gegend, wo man möglicherweise nie mehr herkommen kann, sicherlich falsch.
In aller Ruhe genießen wir die Schönheiten der Gegend und die
Ruhe und Einsamkeit, die man eigentlich bei uns in dieser Form nicht mehr
finden kann.