Paradies

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Paradies in der Wüste

Es regnet nicht. Aber ein ekelhafter Wind bläst! Die 6 km zurück auf die Hauptstraße sind mir Rückenwind bergab und gut gefrühstückt kein Problem. Als wir wieder auf die Hauptstraße kommen, müssen wir einen Richtungswechsel vollziehen und leider wieder gegen die Windrichtung anfahren. Es geht gleich steil bergauf und der Wind bläst einen fast vom Rad. Manchmal kommt er extrem seitlich und ich lege mich mit dem ganzen Rad nach rechts wie in eine Kurve.

 

Der Sturm ist manchmal so stark, dass Chrissie und Alex auf ebener Strecke schieben müssen.

 

Sobald man nachlässt und nicht aufpasst, treibt einen der Sturm über die Straße und auf den Abgrund zu. Als der Sturm zwischendurch mal aufhört, kippe ich nach rechts mit der ganzen Fuhre um. Schade, dass niemand eine Videokamera dabei hat. Christine und Alexander schieben schon längst ihr Tandem und das ist wohl das Beste. Anfahren am Berg ist bei diesem Sturm völlig unmöglich, also muss ich schieben wie die anderen. Eine Radlerin aus Deutschland, -alllein unterwegs-, holt uns ein. Wir reden ein bisschen, denn auch Sie kann nicht mehr anfahren. Wir haben das gleich Ziel.

 

Sie ist schon 4 Wochen unterwegs und will jetzt noch eine Woche in Landmannalaugar verbringen, bevor Sie wieder abreisen muss. Wir fahren ein Stück gemeinsam verlieren uns dann aber irgendwann aus den Augen. Ein Isländer hält mit seinem Wagen bei uns an und erkundigt sich, wohin wir wollen.

Im Hintergrund sieht man die Hekla, Islands aktivster Vulkan und der Einstieg von Jules Vernes, zum Mittelpunkt der Erde 


Er bedeutet uns, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen hätten und lotst uns auf den richtigen Weg. Die Radlerin fährt wohl in die andere Richtung wir haben sie auch in Landmanna nicht mehr gesehen. Weiter geht es für uns die F 22 gegen Wind und Wetter. Christine und Alex müssen zeitweise auf ebener Strecke schieben. Die Wüstenpiste zieht sich endlos. Zwischendurch rasten wir an einem kleinen Hügel, um wenigstens notdürftig vor dem Wind geschützt zu sein. Hinter jeder Bodenwelle erwarten wir irgendetwas zu sehen, dass als Hinweis auf unser Ziel gedeutet werden könnte.

 

hochland stöng zum paradies s. 2